Machine Learning Modellprognosen für die Abstimmungen vom 26.9.2021

Nebst Prognose des Abstimmungsausgangs, neu auch des Ja-Stimmanteils und der Anzahl Stände

Das bewährte und online auf dieser Plattform jedermann zugängliche Modell zur Prognose des Ausgangs von eidgenössischen Abstimmungen ist durch zwei neu entwickelte Modelle erweitert worden. Die neuen Modelle beruhen auch auf dem Inhalts des Abstimmungsbüchleins zwischen 1979 und 2017 (Trainingsdatensatz), respektive 2017 bis 2021 (Validierungsdatensatz). Diese Modelle wurden spezifisch für die Prognose des Ja-Stimmenanteils sowie der Anzahl befürwortenden Stände/Kantone entwickelt. Weitere Informationen sind unter Hintergrund zu finden.

Die Prognosen für die Abstimmungen vom 26. September 2021 lauten:

Nein (Ja-Stimmenanteil 34.9 %, 3 von 23 befürwortende Stände) zur Volksinitiative «Löhne entlasten, Kapital gerecht besteuern» 

Ja (Ja-Stimmenanteil 56.9 %, 17 von 23 befürwortende Stände) zur «Ehe für alle» 

Die Modellwahrscheinlichkeit des online Klassifikationsmodells für die Annahme der 99 % Initiative beträgt 0.1 %, respektive 99.8 % für das Ehegesetz. Der Fehlerbereich dieses Modells beträgt +/-18 %. Der mittlere absolute Fehler der Regressionsmodelle für die Prognose des Ja- Stimmenanteils respektive der Anzahl Stände beträgt 8.5 % respektive 4.8 Kantone.

Kommentar zu den Prognosen für die Abstimmungen vom 26.9.2021

Die Modelle deuten auf eine Ablehnung der „99%- Initiative“ hin. Der erwartete Ja-Stimmenanteil beträgt 34.9% bei nur drei von 23 zustimmenden Kantonen. Für die Annahme der Initiative werden mehr als 50 % der Stimmen und mindestens 12 befürwortende Kantone vorausgesetzt.

Für das Abstimmung über die „Ehe für alle“ rechnen die Modelle mit einem relativ moderaten Ja-Stimmenanteil von 56.9% bei 17 und 23 befürwortenden Kantonen. Die Anzahl Stände spielt bei dieser Gesetzesabstimmung keine Rolle.

Zurzeit liegen noch keine Umfragen zu den kommenden Abstimmungen vor und die Prognosen lassen sich noch kaum einordnen. Experten erwarten im Falle eines „Normalabstimmungskampfs“ eine Ablehnung der 99%-Initiative und eine Annahme des neuen Eherechts. Gemäss einer Berechnung von Huber/Longchamp auf der Basis der Schlussabstimmung im Nationalrat werden für die 99%-Initiative eine Ablehnung mit 38 % Ja- Stimmenanteil und eine Annahme der „Ehe für alle“ mit 57 % erwartet.

Weitere Informationen zu den neuen Modellen, welche den Ja–Stimmenanteil und die Anzahl Stände prognostizieren findet man hier.

Prognosen weiterer Modelle, die schon länger im Hintergrund laufen und  auf neuronalen Netzen basieren, befinden sich hier.

Zwei von insgesamt fünf Modellen prognostizieren dabei ein Nein für die „Ehe für alle“ und deuten darauf hin, dass der Ausgang dieser Abstimmung ev. noch nicht in trockenen Tüchern ist.

Letzter update 11.8.2021