Machine Learning Modellprognosen für eidgenössische Volksabstimmungen

Abstimmungsprognosen für die Abstimmungen vom 25.9.2022

Auf dieser Plattform werden verschiedene Machine Learning Modelle eingesetzt zur Prognose der Ausgänge eidgenössischer Abstimmungen basierend auf der Analyse der Abstimmungsbüchlein zwischen 1979 und 2017. Die Modelle haben gelernt, aufgrund der Beschreibung der Ausgangslage, der Argumente der Befürworter und Gegner sowie des Gesetzestextes das Abstimmungsresultat vorherzusagen.

Die Prognosen der Abstimmungsausgänge können seit 2017 online auf dieser Plattform nachvollzogen werden. Die Prognosen des Ja-Stimmenanteils sowie der Anzahl Stände werden zusätzlich seit September 2021 offline erstellt. Weitere Informationen sind im Hintergrund zu finden.

Die Prognosen für die Abstimmungen vom 25. September 2022:

Volksinitiative «Keine Massentierhaltung in der Schweiz (Massentierhaltungsinitiative)»:

Prognose: Nein (Ja-Stimmenanteil 39.7%, 6.5/23 Stände)

Zusatzfinanzierung der AHV durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer:

Prognose: Nein (Ja-Stimmenanteil 47.3%, 8.0/23 Stände)

Änderung des Bundesgesetzes über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV 21):

Prognose: Ja (Ja-Stimmenanteil 51.0%, 11.5/23)

Änderung des Bundesgesetzes über die Verrechnungssteuer:

Prognose: Ja (Ja-Stimmenanteil 55.1%, 16.5/23 Stände)

Der mittlere absolute Fehler (MAE) der Regressionsmodelle für die Prognose des Ja- Stimmenanteils respektive der Anzahl Stände beträgt 8.5 % respektive 4.8 Kantone. Die Genauigkeit des online verfügbaren Klassifikationsmodell über die letzten 46 eidgenössischen Volksabstimmungen beträgt 80.4 %.

Kommentar zu den Prognosen für die Abstimmungen vom 25.9.2022

Das  (online verfügbare) Klassifikationsmodell, welches den Abstimmungsausgang prognostiziert, als auch das Regressionsmodell, welches spezifisch den Ja-Stimmenanteil und die Anzahl befürwortender Stände berechnet, prognostizieren eine Ablehnung der Massentierhaltungsinitiative und der Erhöhung der Mehrwertsteuer zugunsten der AHV. Für die Angleichung des Rentenalters von Mann und Frau sowie die Änderung des Gesetzes zur Verrechnungssteuer wird hingegen eine Annahme erwartet.

Gemäss dieser Prognose würde die AHV Revision scheitern, da eine Zustimmung für beide AHV-Vorlagen vorausgesetzt wird. Gemäss der vorliegenden Modell würde die Revision an der Erhöhung der Mehrwertsteuer (47.3 % Ja-Stimmen und 8 Stände) und nicht an der Anpassung des Rentenalters scheitern (Ja-Stimmenanteil 51 % und 11.5 Stände). Allerdings fällt die Prognose für eine Ablehnung der Erhöhung der Mehrwertsteuer respektive der Annahme der Erhöhung des Rentenalters sehr knapp aus. Der Fehlerbereich des Modells liegt bei 8.5 %. Ein grundlegend anderslautender Abstimmungsausgang , d. h. eine Annahme oder Ablehnung aufgrund einer anderen Konstellation ist deshalb für die AHV-Vorlage ebenso möglich. Es gibt auch zu beachten, dass die beiden Vorlagen im Abstimmungsbüchlein kombiniert sind und eine scharfe inhaltliche Trennung als Grundlage zur Berechnung der Modelle nicht möglich ist. Die beiden Vorlagen unterscheiden sich zur Modellierung deshalb vor allem in Bezug auf Abstimmungstext, aber kaum in Bezug auf die Erläuterungen und Argumente der Befürworter und Gegner.

Eine deutliche Ablehnung der Massentierhaltungsinitiative mit knapp 40 % Ja Stimmenanteil ist nicht überraschend. Das Modell berechnet immerhin 6.5 Kantone, welche die Initiative befürworten.

Die Änderung des Bundesgesetzes über die Verrechnungssteuer würde gemäss dieser Prognose mit 55 % Ja-Stimmen und 16.5 Ständen relativ komfortabel angenommen, obwohl dieser Vorlage in der aktuellen frühen Phase der Abstimmungskampagnen als recht umstritten gilt.

Resultate weiterer Modelle sind hier zu finden.

Letzter update: 27. Juli 2022