Machine Learning Modellprognosen für eidgenössische Volksabstimmungen

Abstimmungsprognosen für die Abstimmungen vom 13. Februar 2022

Auf dieser Plattform werden verschiedene Machine Learning Modelle eingesetzt zur Prognose der Ausgänge eidgenössischer Abstimmungen basierend auf der Analyse der Abstimmungsbüchlein zwischen 1979 und 2017. Die Modelle haben gelernt, aufgrund der Beschreibung der Ausgangslage, der Argumente der Befürworter und Gegner sowie des Gesetzestextes das Abstimmungsresultat vorherzusagen.

Die Prognosen der Abstimmungsausgänge können seit 2017 online auf dieser Plattform nachvollzogen werden. Die Prognosen des Ja-Stimmenanteils sowie der Anzahl Stände werden zusätzlich seit September 2021 offline erstellt. Weitere Informationen sind im Hintergrund zu finden.

Die Prognosen und Resultate für die Abstimmungen vom 13. Februar 2022:

Volksinitiative Tier- und Menschenversuchsverbot:

Nein (Ja-Stimmenanteil 40.8 %, 5.5/23 Stände)

Volksinitiative Kinder und Jugendliche ohne Tabakwerbung:

Nein (Ja-Stimmenanteil 40.3 %, 7.5/23 Stände)

Änderung des Bundesgesetzes über die Stempelabgaben:

Ja/Nein (je nach Modell, Ja-Stimmenanteil 48.4 %, 10/23 Stände, siehe Erklärung weiter unten)

Bundesgesetz über ein Massnahmenpaket zugunsten der Medien:

Ja (Ja-Stimmenanteil 55.2 %, 14/23 Stände)

Der mittlere absolute Fehler (MAE) der Regressionsmodelle für die Prognose des Ja- Stimmenanteils respektive der Anzahl Stände beträgt 8.5 % respektive 4.8 Kantone.

Kommentar zu den Prognosen für die Abstimmungen vom 13. Februar 2022

Für die beiden Volksinitiativen wird eine Ablehnung bei einem Ja-Stimmenanteil von rund 40 % und 4.5 respektive 7.5 befürwortenden Stände erwartet. Für die Volksinitiative zum Verbot von Tier -und Menschenversuchen wäre dies ein sehr gutes Resultat. Im Parlament erhielt die Initiative keine einzige Stimme. Die Volksinitiative zur Eindämmung der Tabakwerbung dürfte je nach Verlauf der Abstimmungskampagnen realistischere Chancen für eine Annahme haben. Im Nationalrat erhielt die Initiative 88 und im Ständerat 14 Ja-Stimmen (bei 101 respektive 29 Gegenstimmen).

In Bezug auf das Referendum zum Bundesgesetz über die Stempelabgaben besteht eine Diskrepanz in Bezug auf die Modellprognosen. Das auf dieser Plattform online verfügbare Klassifikationsmodell geht von einer Annahme aus. Andere Regressionsmodelle, welche seit Sommer 2021 bestehen und spezifisch den Ja-Stimmenanteil sowie die Anzahl Stände berechnen, gehen von einer knappen Ablehnung aus mit Ja-Stimmenanteil von 48.4 % aus (und 10 von 23 befürwortende Stände, welche bei einem Referendum aber keine Rolle spielen). Dass die verschiedenen Modelle je nach Fokus gelegentlich (in 2von 36 Abstimmungen zwischen 2017 und 2021) zu unterschiedlichen Resultaten kommen können, wurde bereits bei der Entwicklung der Modelle beobachtet und hier beschrieben. Wieweit dies auf einen knappen Abstimmungsausgang hindeutet, wird sich zeigen. Im Nationalrat erhielt das Gesetz 120 Ja gegenüber 70 Nein und im Ständerat 29 Ja gegenüber 14 Nein-Stimmen.

Für das Massnahmenpaket zugunsten der Medien wird von den Modellen eine relativ knappe Annahme bei einem Ja-Stimmenanteil von 55 % prognostiziert (und 14 befürwortenden Ständen, was in Bezug auf den Abstimmungsausgang wiederum keine Rolle spielt). Diese Vorlage erhält dem Inhalte entsprechend bereits lange im Voraus ein grosses Medienecho, was die Unsicherheit der Prognose verstärken dürfte. Im Nationalrat erhielt das Gesetz 115 Ja bei 75 Nein-Stimmen und im Ständerat 28 gegenüber 10 Stimmen.

Weitere Informationen zu den hier eingesetzten Modellen gibt es unter Hintergrund des Klassifikationsmodells (was den Abstimmungsausgang betrifft) respektive Hintergrund der neuen Regressionsmodelle (was den Ja-Stimmenanteil und die Anzahl Stände betrifft).

Die Prognosen weiterer Modelle, welche teilweise einen anderen Ausgang erwarten, basierend auf neuronalen Netzen (CNN, LSTM) oder Transformer und Transfer- Learning folgen demnächst.

Letzter update: 4.12.2021