Können die Ausgänge eidgenössischer Volksabstimmungen aufgrund des Abstimmungsbüchleins vorhergesagt werden? Und wenn ja, wie?

Prognosen für die Abstimmungen vom 7. März 2021

Auf dieser Plattform wird ein Machine Learning Modell eingesetzt zur Prognose der Abstimmungsausgänge eidgenössischer Abstimmungen basierend auf der Analyse der Abstimmungsbüchlein zwischen 1979 und 2017. Das Modell hat „gelernt“, aufgrund der Beschreibung der Ausgangslage, der Argumente der Befürworter und Gegner sowie des Gesetzestextes das Abstimmungsresultat vorherzusagen.

Prognosen für den 7. März 2021: Nein – Ja – Ja

Prognose für die Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot»: Nein
(Wahrscheinlichkeit für ein Ja gemäss Modell: 5.1%)

Bundesgesetz über elektronische Identifizierungsdienste (E-ID-Gesetz): Ja (Wahrscheinlichkeit für ein Ja gemäss Modell: 100%)

Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit Indonesien: Ja (Wahrscheinlichkeit für ein Ja gemäss Modell: 99.1%)

Der Fehlerbereich des Modells beträgt +/-18 %.

Die Prognose können hier online nachvollzogen werden.

Gemessen an den letzten 26 eidgenössischen Abstimmungen beträgt die Genauigkeit des Modells 92%. 24 von 26 Abstimmungen wurden seit dem Frühjahr 2017 richtig prognostiziert.

Das Modell wurde seit der Einführung bewusst nicht mehr angerührt, um die Genauigkeit laufend zu verfolgen.

Details zu den Prognosen von weiteren Modellen und Resultaten seit 2017. Hier geht es zum Hintergrund des Machine Learning Modells, welches auf der Basis des Abstimmungsbüchleins den Ausgang eidgenössischer Abstimmungen prognostiziert.

Das Modell prognostiziert den Ausgang eidgenössischen Volksabstimmungen aufgrund der „Erfahrung“ der Abstimmungsausgänge zwischen 1979 und 2017 und des gesamten Inhalts des Abstimmungsbüchleins zu einer gegebenen Vorlage.

Die Prognose bedeutet in diesem Sinne die konsequente Fortführung des Abstimmungsverhaltens der letzten 40 Jahre. Ein anderes lautendes Resultat als prognostiziert ist aufgrund des Eigenfehlers des Modells immer möglich. Unerwartete Ereignisse und Umstände wie zum Beispiel Covid, ungewöhnlich verlaufende Abstimmungskampagnen können aber auch zu einem „Bruch mit der Vergangenheit“ führen.

Für die Vorlagen vom 7. März 2021 sind trotz diesen Einschränkungen eindeutige Resultate zu erwarten. Für die Volksinitiative für ein Verhüllungsverbot wird eine klare Ablehnung erwartet. Für die elektronische ID und das Wirtschaftsabkommen mit Indonesien eine klare Annahme.

Unter Einbezug der Prognosen weiterer Modelle im Hintergrund (die nicht online verfügbar sind) ist eine Überraschung unwahrscheinlich, aber am ehesten beim Abstimmungsausgang für die elektronische ID zu erwarten.

Die isolierte Analyse der Argumente für und gegen die jeweiligen Vorlagen zeigen, dass aus Sicht des Modells für das Wirtschaftsabkommen mit Indonesien die Gegnerschaft relativ starke Argumente gegen die Vorlage hat.

Beim Verhüllungsverbot sprechen die Argumente des Initiativkomitees per se nicht für die Initiative.

Bei der elektronischen ID wiederum sprechen die isoliert betrachteten Gegenargumente des Referendumskomitees für die Vorlage.

Mehr Hintergrund zur Idee und Interpretation der Argumentanalyse  (früherer Abstimmungen) gibt es hier.

Letzter Update 15. Januar 2021