Machine Learning Modellprognosen für eidgenössische Volksabstimmungen

Abstimmungsprognosen für die Abstimmungen vom 28. November 2021

Auf dieser Plattform werden verschiedene Machine Learning Modelle eingesetzt zur Prognose der Ausgänge eidgenössischer Abstimmungen basierend auf der Analyse der Abstimmungsbüchlein zwischen 1979 und 2017. Die Modelle haben gelernt, aufgrund der Beschreibung der Ausgangslage, der Argumente der Befürworter und Gegner sowie des Gesetzestextes das Abstimmungsresultat vorherzusagen.

Die Prognosen der Abstimmungsausgänge können seit 2017 online auf dieser Plattform nachvollzogen werden. Die Prognosen des Ja-Stimmenanteils sowie der Anzahl Stände werden zusätzlich seit September 2021 offline erstellt. Weitere Informationen sind im Hintergrund zu finden.

Die Prognosen für die Abstimmungen vom 28. November 2021 lauten:

Pflegeinitiative: Nein (Ja-Stimmenanteil 40.1 %, 6/23 befürwortende Stände)

Justiz-Initiative: Nein (Ja-Stimmenanteil 43.3 %, 8/23 befürwortende Stände)

Änderung vom 19. März 2021 des Covid-19-Gesetzes: Ja (Ja-Stimmenanteil 59.8 %, 16/23 befürwortende Stände)

Der mittlere absolute Fehler (MAE) der Regressionsmodelle für die Prognose des Ja- Stimmenanteils respektive der Anzahl Stände beträgt 8.5 % respektive 4.8 Kantone.

Die Prognosen weiterer Modelle, welche teilweise einen anderen Ausgang erwarten, basierend auf neuronalen Netzen (CNN, LSTM) oder Transformer und Transfer- Learning (BERT-GPT 2 )  befinden sich hier.

Kommentar zu den Prognosen der Abstimmungen vom 28. November 2021

Die Prognose der drei kommenden Abstimmungen stellt eine interessante Herausforderung für die Modelle dar. Alle hier eingesetzten Modelle wurden aufgrund der Daten zwischen 1979 und 2017 trainiert und kennen die Umstände der Corona-Pandemie nach wie vor nicht. Die Justiz-initiative ist unabhängig davon inhaltlich einmalig.

Die Pflegeinitiative wurde vor der Corona-Pandemie eingereicht, erscheint nun aber im Kontext des Pflegenotstands im Rahmen der Pandemie. Der prognostizierte Ja-Stimmenanteil von 40.1 % wäre auch unabhängig der Pandemie für eine Initiative relativ hoch. Die aktuellen Umstände könnten den Ja-Stimmenanteil zusätzlich erhöhen. Demgegenüber steht, dass bei einer Ablehnung der Initiative ein indirekter Gegenvorschlag in Kraft tritt, was häufig ein beliebter Kompromiss für die Stimmbürger bei Volksabstimmungen darstellt und auch diesmal zum Zug kommen könnte.

Die Justiz-initiative ist inhaltlich einzigartig und es gibt kaum Referenzpunkte aus früheren Abstimmungen. Der prognostizierte Ja-Stimmenanteil von 43.3 % und 8 Ständestimmen ist überraschend hoch. Eine Annahme dieser Initiative liegt aus Sicht der Modelle sowohl in Bezug auf den Ja-Stimmenanteil als auch das Ständemehr im Bereich des Fehlerbereichs der Modelle (8.5 % /4.8 Stände). In diesem Sinne hat die Initiative Potenzial. Eine Annahme wäre gemäss Experten allerdings eine riesige Überraschung.

Das Referendum über die Änderungen des Covid-19-Gesetzes ist mehr oder weniger eine Wiederholung der Abstimmung vom Juni 2021. Die Modelle wurden über den Ausgang dieser Abstimmung nicht „belehrt“. Im Juni wurde das Covid-19-Gesetz mit 60.2 % Ja-Stimmenanteil und von 17 der 23 Stände angenommen. Das in der Zwischenzeit entwickelte Modell hat den Ja-Stimmenanteil im Nachhinein auf 57 % und 15 von 23 befürwortende Ständen geschätzt. Für die kommende Abstimmung im November werden 59.8 % Prozent Ja und 16 von 23 befürwortende Stände erwartet.

Weitere Informationen zu den hier eingesetzten Modellen gibt es unter Hintergrund des Klassifikationsmodells (was den Abstimmungsausgang betrifft) respektive Hintergrund der neuen Regressionsmodelle (was den Ja-Stimmenanteil und die Anzahl Stände betrifft).

Letzter update: 03.10.2021