Können die Ausgänge eidgenössischer Volksabstimmungen aufgrund des Abstimmungsbüchleins vorhergesagt werden? Und wenn ja, wie?

Abstimmungsbüchlein: Prognosen für die Abstimmungen vom 29.11.2020

Prognose: Nein Nein 

Prognose für die Volksinitiative «Für verantwortungsvolle Unternehmen – zum Schutz von Mensch und Umwelt»: Nein
(Wahrscheinlichkeit für ein Ja/Nein gemäss Modell : 45.2%/54.8%).

Volksinitiative «Für ein Verbot der Finanzierung von Kriegsmaterialproduzenten»: Nein
(Wahrscheinlichkeit für ein Ja/Nein gemäss Modell: 9.2%/90.8%).

Der Fehlerbereich des Modells beträgt +/-18%. Eine Annahme der Unternehmens- oder Konzernverantwortungsinitiative liegt innerhalb des Fehlerbereichs und ist damit nicht völlig ausgeschlossen.

Gemessen an den letzten 24 eidgenössischen Abstimmungen beträgt die Genauigkeit des Modells 92%. 22 von 24 Abstimmungen wurden seit dem Frühjahr 2017 richtig prognostiziert. Das Modell wurde seit der Einführung weder angepasst oder noch neu trainiert.

Die Prognosen können hier online auf Knopfdruck nachvollzogen werden.

Details zu den Prognosen von weiteren Modellen und Resultaten seit 2017.

Hier geht es zum Hintergrund des Machine Learning Modells, welches auf der Basis des Abstimmungsbüchleins den Ausgang eidgenössischer Abstimmungen prognostiziert.

Das Machine Learning Modell zur Prognose der Abstimmungsausgänge eidgenössischer Abstimmungen basiert auf der Analyse der Abstimmungsbüchlein zwischen 1979 und 2017. Das Modell wurde trainiert, aufgrund der Beschreibung der Ausgangslage, der Argumente der Befürworter und Gegner sowie des Gesetzestextes das Resultat vorherzusagen.

Die Prognose setzt sich also aus den verschiedenen Abschnitten des Abstimmungsbüchleins zu einer Vorlage zusammen. Prinzipiell kann der Anteil dieser einzelnen Abschnitte an der Gesamtgewichtung einzeln betrachtet werden.

Werden die Argumente der Befürworter (dies können die Initianten, dass Referendumskomitee oder der Bundesrat und Parlament sein) bzw. der Gegner isoliert betrachtet, kann man von einer Art „Argumentanalyse“ sprechen. Es handelt sich dabei wie gesagt um den rein arithmetischen Anteil der entsprechenden Abschnitte an der Gesamtprognose. Deshalb sind die Resultate dieser Analyse mit Vorsicht zu geniessen.

Bezogen auf die Abstimmungen vom 29. November 2020 und der Unternehmensverantwortungsinitiative spricht die Gewichtung der Argumente sowohl der Befürworter als auch der Gegner gegen die Vorlage.

Bei der Initiative gegen Kriegsmaterialproduzenten spricht die isolierte Betrachtung der Argumente der Initianten für die Vorlage und  diejenige der Gegner gegen Vorlage, wie dies a priori zu erwarten ist. Weitere Informationen dazu gibt es hier.

6. Oktober 2020